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Editorial Derzeit verlassen mehr als acht Prozent aller Jugendlichen die Schule ohne Abschluss. Bis 2010 möchte die Bundesregierung die Zahl der Schulabbrecher halbieren, denn ein fehlender Schulabschluss ist eine der Hauptursachen von Jugendarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit bei jungen Menschen. Wir sind der Frage nachgegangen, welche beruflichen Perspektiven sich dieser Zielgruppe bieten. Welche Möglichkeiten gibt es aus diesem Teufelskreis auszubrechen? Haben diese Jugendlichen überhaupt eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben oder bleibt ihnen nur die Aussicht als Hilfeempfänger vom sozialen Netz zu profitieren? Wir führten ein Gespräch mit dem Bezirksbürgermeister
von Neukölln, Herrn Buschkowski, aus dessen Sicht die Ursache für
die schlechte Situation dieser Jugendlichen vor allem durch strukturelle
Fehler begründet ist, die leider von der Politik nicht angegangen
werden. Mit dem Geschäftsführer des Jobcenters Neukölln sprachen
wir insbesondere über die Schüler mit Migrationshintergrund,
die ohne Abschluss die Hauptschule verlassen. Diese Zielgruppe hat es
noch weit schwerer, weil sie häufig keine Unterstützung aus
dem Elternhaus erfahren und kulturelle und soziale Unterschiede dies
zusätzlich erschweren. Georg Jäntgen beschreibt aus seiner praktischen Arbeit als Leiter des Büros für Fachkräftelösungen bei der DEKRA Akademie GmbH die Erfahrungen und die Perspektiven dieser Zielgruppe und kommt zu dem Schluss, dass vieles möglich ist, wenn nur der Wille der Jugendlichen vorhanden ist. Kerstin Kruse, Referentin für Jugendsozialarbeit im PARITÄTISCHEN Gesamtverband, stellt in ihrem Artikel die Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“ vor. Schwerpunkte sind hierbei die Verbesserung der frühkindlichen Bildung und die Umsetzung des Konzeptes „Jugend Ausbildung und Arbeit“, das die Chancen besonders förderbedürftiger Jugendlicher sowie Altbewerberinnen und Altbewerbern auf Ausbildungsplätze erhöhen soll. Frau Dr. Böhm vergleicht die Situation der Jugendlichen ohne Schulabschluss mit den Jahrgängen 1929-1931 sowie 1964 und 1971. Sie untersucht die unterschiedlichen Ausgangssituationen und Marktchancen der Jugendlichen. Für die Redaktion Dorit Gade
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